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Wie in Lieck der Fußball begann
1910 bis 1914
Schon vor 1910 rollte in Lieck der Ball. Die Junggesellen des Liecker Junggesellenvereins kickten auf ihrer Wiese am Klauser Berg. Auf einer Wiese in der Endebrucher Drift fand das erste Spiel gegen das niederländische Posterholt statt, mit Stangen und Schnur als Toren und in schweren Straßenschuhen. Eltern, Kirche und Schule waren dagegen, und auch der älteren Generation missfiel das raue Spiel. Nach einem Schienbeinbruch, dem ersten Sportunfall in Lieck, gaben die Junggesellen auf.
Dabei blieben ihre Spielpartner aus der Korbflechtschule Heinsberg. Angeführt wurden sie von den Brüdern Johann und Wilhelm Geiser, die im heutigen Haus von der Forst an der Waldfeuchter Straße wohnten. Dremmen, Oberbruch, Schafhausen und Wassenberg hatten 1909 schon eigene Vereine gegründet. Diesem Beispiel folgten die jungen Männer: Am 13. Mai 1910 gründeten sie in der Gaststätte Josef Tillmanns einstimmig den Spielverein Germania Lieck. Das Lokal, später bekannt als Zur Sportzentrale, blieb bis zum 25-jährigen Jubiläum 1935 das Vereinslokal.
Erster Vorsitzender wurde Johann Randerath. Im Vorstand saßen außerdem die Brüder Geiser, Franz Görtz und Leonhard Schieren aus Endebruch. Als Randerath nach seiner Heirat nach Langbroich zog, übernahm Schieren den Vorsitz. Die erste Tracht stifteten die Brüder Geiser: ein längs gestreiftes rot-schwarzes Trikot und ein ebenso gestreiftes Mützchen.
Zur Mannschaft der Gründerzeit gehörten Torwart Franz Görtz, Christian Wählen, Wilhelm Geiser, Wilhelm Hilgers, Peter Oeben, ein Holländer namens Pier, dessen richtiger Name nicht bekannt ist, Wilhelm Görtz, Reiner Florack, Hermann Behnen sowie Edmund und Leonard Jansen. Das erste Vereinsspiel gegen den F.C. Union Schafhausen ging 1:4 verloren und spornte die Elf erst recht an.
1912 zählte der Verein schon rund 100 Mitglieder. Auch geturnt wurde, doch Ende 1912 machte sich die Turnabteilung als Turnverein Jahn Lieck selbständig. Freundschaftsspiele führten die Germania nach Schafhausen, Dremmen, Randerath, Prummern, Teveren, Wassenberg, Kirchhoven, Kempen und Heinsberg. Beim großen Sportfest 1912 in Lieck besiegte sie eine Militärelf des Regiments 28 aus Koblenz mit 6:2. Das Spiel musste unterbrochen werden, weil der Ball zwischen einem Stürmerkopf und dem Fuß von Peter Oeben zerplatzte. Seitdem gilt Oeben als der Mann mit dem gewaltigsten Schuss der Vereinsgeschichte.
1913 trat die Germania als erster Verein des Kreises dem Westdeutschen Spielverband bei. Mit Pferd und Wagen ging es zu Spielen nach Schiefbahn, Waldhausen und zu Eintracht Mönchengladbach. Die Reisen waren zu teuer, deshalb verzichtete der Verein nach einem Jahr auf die Mitgliedschaft.
1914 spielte die Germania wieder Freundschaftsspiele und trat auf den Sportfesten in Wassenberg und Brachelen mit zwei Senioren- und einer Jugendmannschaft an. Die Jugend wurde in Brachelen Zweiter der B-Klasse hinter der eigenen 2. Mannschaft und schlug in Wassenberg die erste Mannschaft von F.C. Rheinland Dremmen mit 3:0. Die erste Mannschaft kam nach Spielen gegen Hilfarth, Restrauch und Hakstein bis ins Endspiel und verlor es durch ein Eigentor mit 0:1. Restrauch und Hakstein hatten sich mit Spielern des Spielvereins Rheydt verstärkt.
Erster Vorstand 1910
- 1910 Johann Randerath, 1. Vorsitzender
- 1910 Johann Geiser
- 1910 Wilhelm Geiser
- 1910 Franz Görtz
- 1910 Leonhard Schieren (Endebruch), danach Vorsitzender
Erster Weltkrieg, das Füllhorn und die Krise
1914 bis 1931
Einen festen Platz zu finden, blieb lange ein Problem. Den Platz am Horster Weg musste der Verein aufgeben, weil die Gemeinde die Parzelle anderweitig verpachtete. Die Germania wich nach Oberlieck aus und teilte sich dann einen Platz gleich neben dem heutigen Kirchhovener Sportplatz mit den Kirchhovener Fußballern. Schließlich ging es zurück an den Horster Weg, auf einen neuen Platz an der Stelle des heutigen alten Platzes. Am ersten Spieltag waren die neuen, teuer erworbenen Holztore verschwunden. Man vermutete die Balken im Dachstuhl eines Bauherrn, und in aller Eile wurden aus frischem Holz Ersatztore gezimmert.
Der Erste Weltkrieg brachte den Spielbetrieb zum Erliegen. 17 junge Liecker Sportler kehrten nicht zurück.
Nach dem Krieg führte Franz Görtz den Verein und brachte ihn bald zu alter Stärke zurück. 1920 trat die Germania mit weiteren Nachbarvereinen erneut dem Westdeutschen Spielverband bei und bildete mit ihnen die D-Klasse. In der Spielzeit 1920/21 wurde sie sofort Meister der Klasse und Kreismeister. Auf Spielfesten sammelte sie viele Pokale und Ehrenpreise.
Unvergessen blieb das Sportfest in Wassenberg, zu dem rund 40 Mannschaften gemeldet hatten. Der Turniersieger bekam ein Glasservice, als weiterer Ehrenpreis stand ein mit dem Reichsadler geschmücktes Füllhorn bereit. Auf dieses Horn hatte es die Elf um Torwart Johann Behnen abgesehen, und die Hilfarther wollten es ebenfalls lieber haben als das Glasservice. Das Endspiel zwischen beiden stand nach der regulären Spielzeit 0:0. In der Verlängerung führte ein Fehler Behnens zum 1:0 für Hilfarth. Daraufhin protestierten die Hilfarther gegen ihr eigenes Tor, wohl ein einmaliger Vorgang. Der Protest wurde abgelehnt, weil Behnen eine Kriegsverletzung am Arm nachweisen konnte, die ihn behindert hatte. So kam das Füllhorn nach Lieck, Hilfarth blieb das Glasservice.
Nach der Inflation versteigerten Vorsitzender Heinrich Zimmermann und der Vorstand mit Kassierer Heinrich Küppers, Leonard Jansen und Leonard Louis 24 Ehrenpreise des Vereins. Das Füllhorn ging an Willi Hutmacher. Der Erlös legte die finanzielle Grundlage für die nächsten Jahre.
1924 kamen von der Alemannia Torwart Paul Houben und Hubert Laprell nach Lieck. Zwischen beiden Vereinen wechselten immer wieder Spieler hin und her. Ihre stärkste Zeit hatte die Elf im Spieljahr 1927: Im Endspiel um die Bezirksmeisterschaft in Oberbruch unterlag sie Gladbach-Hehn durch einen Elfmeter mit 0:1. 1928 gewann die Germania das Sportfest in Lövenich mit 40 Mannschaften. Die Trophäe, eine stattliche Germania-Figur, taufte man Die schöne Helena und stellte sie im Vereinslokal auf.
Danach hörten die besten Spieler aus Altersgründen auf oder zogen fort, Nachwuchs fehlte, und der Verein stand kurz vor der Auflösung. Rettung brachte der Zusammenschluss mit dem Kirchhovener Sportverein Corona zur Spielvereinigung Lieck-Kirchhoven. Lange hielt dieses Bündnis nicht.
Gefallene des Ersten Weltkriegs
- 1914 bis 1918 Wilhelm Geiser
- 1914 bis 1918 Gerhard von Birgelen
- 1914 bis 1918 Wilhelm Baltes
- 1914 bis 1918 Johann Zimmermann
- 1914 bis 1918 Andreas Klemens
- 1914 bis 1918 Gotfried Brand
- 1914 bis 1918 Wilhelm Dohmen
- 1914 bis 1918 Leo Quasten
- 1914 bis 1918 Lambert Peters
- 1914 bis 1918 Arnold Hilgers
- 1914 bis 1918 Jakob Lindt
- 1914 bis 1918 Leo Laumen
- 1914 bis 1918 Josef Behnen
- 1914 bis 1918 Georg Brocher
- 1914 bis 1918 Johann Mayers
- 1914 bis 1918 Hubert Engeln
- 1914 bis 1918 Heinrich Hilgers

Neugründung, DJK und TuS Lieck
1931 bis 1945
Wegen Streit in der Spielvereinigung Lieck-Kirchhoven traten 1931 mehrere Mitglieder aus, vor allem Liecker. Für Ostermontag riefen sie eine Versammlung im Lokal Tillmanns ein. Die gut besuchte Runde beschloss einmütig, den 1910 gegründeten Spielverein Germania Lieck wieder aufleben zu lassen. Über 60 Mann traten bei, ein Vorstand wurde gewählt. Als 1. Vorsitzender brachte Heinrich Küppers den Verein wieder in Ordnung.
Der Westdeutsche Spielverband nahm die Germania zunächst nicht wieder auf. Unter Führung von Wilhelm Hutmacher schloss sie sich deshalb der DJK (Deutsche Jugendkraft) an und stieg 1931/32 bis an die Spitze der A-Klasse.
Nach der Gründung des Rur-Wurm-Bezirks trugen Wilhelm Hutmacher, der spätere Vereinswirt Matthias Tillmanns und Martin Tillmanns aus Heinsberg den Antrag auf Wiederaufnahme persönlich beim Rheinbezirk in Köln vor, dem heutigen FVM. Im Gepäck hatten sie eine Unterschriftenliste aller Nachbarvereine. 1932 musste der Verband die Germania wieder aufnehmen, und 1932/33 wurde sie gleich Gruppenmeister. Danach kämpfte die Mannschaft in der 2. Kreisklasse gegen den Abstieg und spielte 1937/38 in der 3. Kreisklasse. Die einzelnen Spielzeiten stehen bei den Saisons.
1935 feierte die Germania ihr 25-jähriges Bestehen. Den Verein führte damals Wilhelm Laumen, und Peter Oeben aus der Glanzzeit war noch immer aktives Mitglied.
1939 schlossen sich der Fußballverein und der Turnverein Jahn Lieck zum Turn- und Spielverein Lieck zusammen, kurz TuS Lieck. Vorsitzender wurde Wilhelm Laumen. Das Vereinslokal wechselte in den Liecker Hof, an dem der Sportplatz schon seit Jahren lag.
Ab 1938 wurden nach und nach fast alle aktiven Fußballer zur Wehrmacht einberufen. Wehrpflicht und Kriegsausbruch ließen den Spielbetrieb der Senioren ganz zum Erliegen kommen. Nur die Jugend spielte weiter, organisiert im Bann 242 der Hitlerjugend, der Jülich, Erkelenz, Geilenkirchen und Heinsberg umfasste, also das Gebiet der späteren Bezirksliga Rur-Wurm. Jugendleiter war Josef Schlicher. Die Liecker A-Jugend schlug in der Vorrunde den SV 09 Baesweiler 6:1 und erreichte im Sportjahr 1940/41 die Endspiele gegen den TuS Oberbruch, die sie 0:1 und 2:2 bestritt.

Mehr dazu im Archiv: 1933/34, 1934/35, 1935/36, 1936/37, 1937/38
Neubeginn als TuS Lieck und Rückkehr zur Germania
1945 bis 1951
Sofort nach Kriegsende im Mai 1945 lebte der Verein mit den Heimkehrern und den Jüngeren wieder auf. Hubert Jansen, genannt Bellartz Hupp, sammelte sie im Turn- und Spielverein Lieck. Obwohl Sportkleidung, Schuhe, Bälle und Fahrräder fehlten, entstand eine schlagkräftige Mannschaft. Sie gewann 1945/46 die Gruppenmeisterschaft, doch der Kreisvorstand ließ Heinsberg und Karken in die 1. Kreisklasse aufsteigen. Viel Kraft steckte der Verein in die Jugend, die 1946/47 nach einem Wiederholungsendspiel gegen Ratheim in Dremmen Gruppen- und Kreismeister wurde.
Im Mai 1946 übernahm Hubert Hanrath den Vorsitz, im Mai 1947 folgte Hermann Görtz, der den Verein bis 1951 führte. Martin Rademacher war ab 1947 2. Vorsitzender. Von 1946 bis 1948 gewann die erste Mannschaft drei Turniere, 1948 trainierte sie unter Lennartz aus Dremmen.
1947 stiftete das Amt Karken-Kirchhoven einen Wanderpokal für Kirchhoven, Karken, Lieck und Kempen. Vor rund 1000 Zuschauern in Kirchhoven eröffneten Amtsdirektor Wallraven und Amtsbürgermeister Geiser den Wettbewerb. Kempen gewann 1947 und 1948, Lieck wurde beide Male Zweiter. Das Ziel, Kameradschaft und Einigkeit zu fördern, wurde verfehlt, eine weitere Ausspielung gab es nicht.
Am 10. August 1947 gedachte der TuS Lieck seiner im Zweiten Weltkrieg gefallenen Sportler. Viele Liecker Sportkameraden waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt.
1948 ging der Platz am Liecker Hof verloren: Bei der Zusammenlegung der Flächen wurde eine Verbindungsstraße nach Heinsberg mitten durch den Platz gelegt. Bis zum Ersatz spielte Lieck auf dem Kirchhovener Sportplatz. Hermann Görtz fand ein neues Gelände und erhielt die Zustimmung der Gemeinde. Zur Herbstkirmes am 12. September 1948 wurde das neue Spielfeld an der Stelle des heutigen alten Platzes eingeweiht.
Am 20. März 1949 tagte eine außerordentliche Generalversammlung. In geheimer Wahl beschloss sie, das Vereinslokal wieder ganz in die Gaststätte Matthias Tillmanns zu legen, wo der Verein 1910 gegründet worden war und 29 Jahre zu Hause gewesen war. Überraschend beantragte Vorsitzender Görtz, zum alten Namen Germania zurückzukehren: Die Turner hatten ihren Betrieb nach dem Krieg nicht wieder aufgenommen, der Fußballklub stand für sich allein, und das 40-jährige Bestehen sollte unter dem alten Namen gefeiert werden. Alle Mitglieder stimmten zu. Mit dabei war der Vorsitzende des Kreisfußballausschusses, A. Weintz.
Das 40-jährige Bestehen feierte die Germania 1950 im Saal des Liecker Hofes mit Bürgermeister Geiser, Amtsbürgermeister Lehnen, Amtsdirektor Jansen und dem Gesangverein Liederkranz. Hermann Görtz würdigte die Gründer, der stellvertretende Vorsitzende Hubert Hanrath erzählte die Vereinsgeschichte nach. Der Verein gedachte der 17 Gefallenen des Ersten und der 14 Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. Leo Schieren blickte als Mitbegründer auf die Anfänge zurück, Josef Hülsen sprach für die erste Mannschaft. Im Rechnungsjahr 1949 hatte die Gemeinde rund 2000 DM für die örtlichen Vereine bereitgestellt.
Gefallene des TuS Lieck im Zweiten Weltkrieg (Gedenken vom 10. August 1947)
- 1939 bis 1945 Hubert Schieren
- 1939 bis 1945 Leo Heinrichs
- 1939 bis 1945 Hermann Hilgers
- 1939 bis 1945 Jakob Hilgers
- 1939 bis 1945 Wilhelm Peters
- 1939 bis 1945 Leo Peters
- 1939 bis 1945 Franz Hanrath
- 1939 bis 1945 Hans Schröder
- 1939 bis 1945 Hans Jütten
- 1939 bis 1945 Josef Kiefer
- 1939 bis 1945 Josef Küppers
- 1939 bis 1945 Heinz Hülswische
Von Hubert Jülich bis Toni Feilzer
1951 bis 1973
1951 übernahm Bäckermeister Hubert Jülich die Vereinsführung, an seiner Seite der 2. Vorsitzende Martin Rademacher und Kassierer Martin Laumen. In der Saison 1952/53 gab Wilhelm Laumen die Geschäftsführung, die er über 20 Jahre in der Hand gehabt hatte, aus gesundheitlichen Gründen an Gerhard Tillmanns ab. Der größte Erfolg in dieser Zeit war der Kreispokal 1953 mit einem 3:1 im Endspiel gegen Viktoria Straeten. Erstmals gewann damit ein Kreisklassenverein diesen Wanderpokal.
In der Generalversammlung danach mahnte Kreisvorsitzender Andreas Weintz mehr Jugendarbeit an. Josef Deckers erhielt im Auftrag des Westdeutschen Fußball-Verbandes die goldene Ehrennadel für langjährige Tätigkeit, und Heinrich Küppers wurde einstimmig Ehrenmitglied. In der Saison 1955/56 legte Martin Rademacher das Amt des 2. Vorsitzenden aus gesundheitlichen Gründen nieder, Johann Behnen jr. folgte ihm. Rademacher wertete es damals als Erfolg, dass im ganzen Jahr kein Platzverweis zu verzeichnen war.
Am 19. Januar 1957 wählte die stark besuchte Jahreshauptversammlung im Lokal Tillmanns Martin Rademacher zum 1. Vorsitzenden. Hubert Jülich konnte nicht weitermachen, und der vorgesehene Hubert Hanrath hatte in letzter Minute abgesagt. Finanziell stand der Verein so gut da wie kaum zuvor, und die Eintragung ins Vereinsregister stand kurz bevor. Rademachers erste große Aufgabe war der Bau des Sportjugendheims an der neuen Liecker Schule, das am 3. August 1957 eingeweiht wurde.
Ihr 50-jähriges Bestehen feierte die Germania mit einer Festwoche vom 30. Juli bis 7. August 1960. Schirmherr war Hermann Görtz, inzwischen Amtsdirektor in Aldenhoven. Ein Festbankett im Liecker Hof eröffnete die Feiern. Zum Programm gehörten ein Turnier mit Haaren, Heinsberg, Kempen und Waldenrath um eine Fußballtracht, ein Jugendturnier und ein Spiel des Verbandsligisten SV Baesweiler 09 gegen eine Kreisauswahl. Die Abschlussfeier mit Sportlerball wurde auf den 21. August verlegt. Dem Vorstand im Jubeljahr gehörten Martin Rademacher, der 2. Vorsitzende und Trainer Theo Hilgers, Geschäftsführer Hubert Hanrath, Heinrich Schmitz, Kassierer Martin Laumen, vertreten durch Hubert Esser, Josef Schmitz und Jugendleiter Josef Lind an.
1960/61 wurde die Germania Kreismeister und stieg in die Bezirksklasse auf. Am Ortseingang empfingen Musikverein Kirchhoven und Trommlerkorps die Mannschaft und zogen mit ihr durch den geschmückten Ort. 1961/62 begann der Umbau des Liecker Sportplatzes, den die Mitglieder in Eigenleistung fertigstellten.
Am 14. Juli 1962 trat Martin Rademacher aus gesundheitlichen Gründen zurück. Neuer 1. Vorsitzender wurde Toni Feilzer. Er war 1961 als Schulleiter von Haaren an die Volksschule in Lieck versetzt worden und brachte zwölf Jahre Vorstandserfahrung bei Concordia Haaren mit. Im Vorstand standen ihm Hubert Hanrath, Theo Hilgers und Hubert Esser zur Seite. Um die Kasse zu schonen, trainierte Feilzer die Senioren eine Zeit lang selbst.
Am 10. August 1963 bildete die Generalversammlung erstmals einen Jugendausschuss aus dem Jugendleiter, seinem Vertreter und den Übungsleitern Horst Schmidtke, Matthias Ohligschläger und Toni Feilzer. Der Vorstand wurde geschlossen wiedergewählt, als Kassierer war Horst Nowotka eingesprungen. Feilzer suchte in der Volksschule nach Talenten, und als Trainer hatten ihm und Matthias Ohligschläger viele Jugendliche viel zu verdanken.
1969 stieg die Germania unter Trainer Jakob Knorr in die Bezirksklasse auf und hielt sich dort achtbar. Kurz nach einem 2:2 bei Adler Effeld an einem 7. November starb Horst Nowotka mit 41 Jahren an einem Herzinfarkt. Fast neun Jahre hatte er die Kasse geführt.
Im Juni 1971 bestätigte die Jahreshauptversammlung Toni Feilzer, der eigentlich nicht mehr antreten wollte. Eine Fusion mit Blau-Weiß Kirchhoven hielt die Mehrheit damals nicht für nötig, angestrebt wurde aber eine freundschaftliche Zusammenarbeit, vor allem in der Jugend. Die A-Jugend wurde 1971/72 Kreismeister. 1972/73 setzte die Germania in der Bezirksklasse auf eigenen Nachwuchs, es wurde ihre letzte Saison unter dem alten Namen.
Stationen der Germania nach dem Krieg
- 1953 Kreispokalsieger
- 1960/61 Kreismeister und Aufstieg in die Bezirksklasse
- 1962/63 ungeschlagener Kreismeister
- 1969 Aufstieg in die Bezirksklasse



Mehr dazu im Archiv: 1951/52, 1952/53, 1953/54, 1954/55, 1955/56, 1956/57, 1957/58, 1958/59, 1959/60, 1960/61, 1961/62, 1962/63, 1963/64, 1964/65, 1965/66, 1966/67, 1967/68, 1968/69, 1969/70, 1970/71, 1971/72, 1972/73
Die Gründung des FC Alemannia Heinsberg
1910 bis 1919
In den Nachbarorten gab es schon 1908 und 1909 die ersten Fußballvereine. 1910 trafen sich sportbegeisterte junge Heinsberger im Haus Jöris an der Bahnhofstraße zur Gründungsversammlung. Geleitet wurde sie von Jakob Jöris, dem ältesten Sohn der Wirtsleute. Der neue Verein hieß FC Alemannia 1910 e.V. Heinsberg, erster Vorsitzender wurde Gottfried Becker.
Die erste Mannschaft spielte in schwarzen Hosen und schwarz-gelb gestreiften Trikots. Zuerst ging es auf eine holprige Wiese am Clause-Quellke nahe dem Schlangenkapellchen, unweit vom Klosterhof Frey, dem heutigen Bahners. Später zog man auf eine Wiese hinter dem evangelischen Friedhof. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg legte die Stadt am Nordrand auf Wiesen- und Bruchgelände einen regulären Sportplatz an, im Volksmund Op dr Kavitteberg. Dort begann ein geregelter Spielbetrieb gegen die Vereine der Nachbarorte.
Der Kriegsbeginn 1914 beendete das zunächst, und der Krieg riss große Lücken in die Reihen der Aktiven. Viele Spieler kehrten nicht zurück. 1919 wollten die Heimkehrer wieder spielen, doch die Besatzungsmacht aus Franzosen und Belgiern untersagte jeden Sportbetrieb.
Lehrermannschaft und Glanzzeit der Alemannia
1920 bis 1931
Erst 1920 ging es weiter. Die Alemannia trat dem Westdeutschen Spielverband bei, Gau M.-Gladbach, und nahm wieder einen geregelten Spielbetrieb auf. Den Vorsitz übernahm Dr. med. Heinrich Wilkels, Vereinsarzt und Gönner, der eine komplette Tracht samt neuen Fußballschuhen stiftete.
Mit dem Lehrer Rustemeier, der vom Rheydter SV nach Heinsberg versetzt wurde, wurde die Mannschaft stärker. Er warb weitere Kollegen an, und zwischen 1920 und 1924 standen sieben Lehrer in der Elf. Im Volksmund hieß sie die Lehrermannschaft van Hensberg. Sie spielte bis 1924 in der 1. Gauklasse, vergleichbar der späteren Bezirksliga. Aus dieser Mannschaft lebte 1985 noch Karl Lennartz.
Ab 1926 rückten Spieler aus der eigenen Jugend nach, die Lehrermannschaft wurde stark verjüngt. Bis 1931 stand die 1. Mannschaft stets auf Spitzen- oder guten Mittelplätzen. Dazu kam Willy Lennartz, genannt Enge Mieh, von Jugend Düren aus der früheren Zehnerliga, der erste überregionale Wechsel zur Alemannia. Über zehn Jahre spielte die Elf in fast gleicher Besetzung, lange unter Spielführer Josef Zohren, genannt Zohres Jöf. Von den Spielern dieser Zeit lebten 1985 noch Heinz Becker, Theo Wiedemann, Paul Wallraven, Theo Frenken, Hubert Gülpen und Edi Kistermann.
1928 wechselte die Alemannia zu den Farben der Stadt, Rot-Weiß. Die Stadt schenkte dafür die erste rot-weiße Tracht.
Zum 20-jährigen Bestehen 1930 spielte auf dem Kavittenberg an der Mühlenstraße eine Auswahl aus Oberbruch, Wassenberg, Ratheim und Heinsberg gegen den Bonner FV mit Nationalspieler Schümmelfeder und den Auswahlspielern Hutter und Scheer. 4000 Zuschauer kamen, ein Rekord im Kreis, und zum Anstoß warf ein Flugzeug den Ball ab. Bonn gewann 6:4. Es war das erste Repräsentativspiel im Kreis Heinsberg. 1931 folgte ein Auswahlspiel gegen die Baesweiler Wunderknaben, damals neben Odenkirchen 07 eine der stärksten Mannschaften im Westen. Baesweiler gewann knapp 5:4.

Neuaufbau der Alemannia bis zum Krieg
1932 bis 1945
Das Karriereende älterer Spieler und die Rückkehr einiger Ortsfremder zu ihren Heimatvereinen beendeten die Glanzzeit. 1932 blieben von der alten 1. Mannschaft nur Torwart Willi Heinrichs und Hubert Gülpen, die neue Elf kam aus der A-Jugend. Auf- und Abstieg wechselten sich ab. Es gab aber stolze Erfolge auf Kreisebene, im Pokal und in Freundschaftsspielen, sogar gegen klassenhöhere Gegner. Aus der Mannschaft der Spielzeiten 1933 bis 1938 lebten 1985 noch Hubert Gülpen, Reiner Mikulla, Erwin Juli, Dr. Josef Gillessen, Mathias Wild, Josef Kreutzer und Peter Peters, der spätere Kreisvorsitzende.
In den 30er Jahren hatte die Alemannia eine außergewöhnlich starke Reservemannschaft. Sie schoss in einer Spielzeit weit über 100 Tore, besiegte sogar 1. Mannschaften und blieb über ein Jahr ungeschlagen. Aus dieser Reserve lebten 1985 noch Josef Flutgraf, Heinz Gütthoff, Gerhard Paulzen, Lorenz Willems und Hubert Robertz.
1934/35 stieg die 1. Mannschaft nach einem 1:2 im Derby in Lieck in die 3. Kreisklasse ab. Zum 25-jährigen Bestehen richtete die Alemannia ein Pokalturnier mit Union Schafhausen, Blau-Weiß Kirchhoven und Germania Lieck aus, das Endspiel war für den Kirmessonntag angesetzt. Den von der Alemannia gestifteten Pokal gewann Union Schafhausen mit einem 7:2 gegen Kirchhoven.
Im Herbst 1939 beendete der Zweite Weltkrieg den Sportbetrieb. Fast alle Aktiven wurden zum Reichsarbeitsdienst und zur Wehrmacht eingezogen.

Mehr dazu im Archiv: 1934/35 Alemannia, 1934/35
Die Sportgemeinschaft 1897
1946 bis 1958
Nur wenige Aktive kehrten aus dem Krieg zurück, Heinsberg lag in Schutt und Asche. Vor allem dank Martin Tillmanns konnte 1946 wieder gespielt werden. Wegen des Mangels an Spielern schlossen sich der FC Alemannia 1910 und der Turnverein TV Eintracht 1897 zur Sportgemeinschaft 1897 e.V. zusammen. Vorsitzender wurde der Turner Ludwig Jöris, Vereinslokal war Haus Jöris.
Neben Fußball gab es nun Turnen und Leichtathletik, was viele Jugendliche anzog. Die Fußballer begannen in der 1. Kreisklasse. 1950 wechselten mehrere starke Spieler zu höherklassigen Vereinen wie Rhenania Würselen, VfL 99 Köln, Oligs, Rheydter SV, Holstein Kiel und Hamburger SV. Es folgte der Abstieg in die 2. Kreisklasse, danach wechselten sich Auf- und Abstieg ab. Platzwart am Heinsberger Sportheim war Josef Flutgraf.
Als sich die Verhältnisse stabilisiert hatten, löste eine Generalversammlung 1958 im Heinsberger Hof (A. Kirchner) die Sportgemeinschaft wieder auf. Fußballer und Turner gingen getrennte Wege und führten wieder ihre alten Namen. Einstimmig wählte die Versammlung Josef Zohren zum Vorsitzenden der Alemannia, der frühere Aktive in den Vorstand holte.
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Wieder FC Alemannia: Zohren, Juli und Baumung
1958 bis 1973
Der Vorstand um Josef Zohren bereitete das 50-jährige Jubiläum vor, das 1960 gefeiert wurde. Hauptattraktion war das Spiel einer Auswahl aus Oberbruch, Lieck, Schafhausen und Heinsberg gegen die Verbandsligamannschaft aus Merkstein, das die Auswahl 3:2 gewann. Als Zohren danach aus Altersgründen den Vorsitz abgab, wählte ihn die Jahreshauptversammlung einstimmig zum Ehrenvorsitzenden. Im selben Sommer 1960 fuhr Jugendleiter Josef Scherrers mit dem ersten Zeltlager an den Hariksee.
Anfang der 60er Jahre wuchs der Betrieb mit Sportlern, Schülern und Leichtathleten so stark, dass der Hauptplatz am Kavittenberg nicht mehr reichte. Auf Antrag legte die Stadt einen zweiten Platz als Aschenplatz an, für Vereine, Schulen, Behörden und Betriebsmannschaften. Bürgermeister Hast weihte ihn am 7. Juni 1964 ein.
Nach dem Abstieg 1963/64 verließen wegen Unstimmigkeiten mehrere gute Spieler den Verein. Später nannte man das scherzhaft den ersten Schritt zur Fusion. Nach mehreren Wechseln im Vorsitz wählte die Generalversammlung am 23. Juni 1964 den langjährigen Aktiven Erwin Juli mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden. Geschäftsführer waren Hans-Josef Breuers und später Heinz Babucke. Unter Jugendleiter Josef Scherrers wurde die Jugendarbeit stetig ausgebaut, bald stellte die Alemannia Mannschaften in allen Altersklassen ab der D-Jugend.
Reich war die Alemannia nicht, aber die Kassenlage war beruhigend. Mit Hilfe der Stadt entstanden ein Erweiterungsbau der sanitären Anlagen im vereinseigenen Jugend- und Sportheim am Sportplatz und eine Trainingsbeleuchtung, die auch Schulen und andere Sportler nutzten. Den Böser-Buben-Ball hatten die alten Alemannen schon in den 20er Jahren veranstaltet. Er war eingeschlafen, 1967 belebte ihn die Alemannia als Kostümfest in der Karnevalszeit wieder, und seitdem gehört er fest zum Heinsberger Karneval.
Anfang 1970 regte der Alemannia-Vorstand mit Blick auf das 60-jährige Jubiläum eine Stadtmeisterschaft für Seniorenmannschaften an. Erster Ausrichter war die Alemannia, erster Sieger Union 1910 Schafhausen mit einem 2:1 gegen Rot-Weiß Waldenrath. Später kamen Stadtmeisterschaften der Alten Herren und der A-Jugend dazu.
Die Feier zum 60-jährigen Bestehen 1970 fand im Stadthotel auf der Hochstraße statt. Erwin Juli stellte sie unter das Motto, sechs Jahrzehnte Alemannia bedeuteten 60 Jahre Arbeit für die sporttreibende Jugend. Es sprachen Probst Wilhelm Krüppel, Bürgermeister Hermann Hast, der die Schirmherrschaft über das Jubiläumsturnier übernahm, und Kreisvorsitzender Peter Peters, der die Jugendarbeit lobte. Es gab Auszeichnungen und eine Gratulationscour der Heinsberger und benachbarten Vereine. Zum Abschluss spielte eine Auswahl des Heinsberger Stadtgebiets gegen den Verbandsligisten BC 09 Oberbruch. Ein Spiel gegen Schalke 04 oder Rot-Weiß Essen scheiterte an den Terminen.
Um diese Zeit kamen erste Gedanken an einen Großverein auf, mit einer 1. Mannschaft aus Spielern aller Stadtteile. Sie scheiterten an den Interessen der Nachbarvereine. Auch in Lieck dachte man, vor allem mit Blick auf die Jugend, über einen Zusammenschluss nach.
Bei der Jahreshauptversammlung im Sommer 1972 im Vereinslokal Haus Jöris trat Erwin Juli aus gesundheitlichen Gründen zurück und wurde einstimmig Ehrenvorsitzender. Nachfolger wurde Siggi Baumung, Geschäftsführer anstelle von Heinz Babucke wurde Martin Thora. Am 27. Mai 1973, zwei Tage nach der Gründung des neuen Vereins, schaffte die Alemannia unter Trainer Matthias Ohligschläger im Entscheidungsspiel gegen Schafhausen in Kirchhoven den Aufstieg in die 1. Kreisklasse.


KI-koloriertMehr dazu im Archiv: 1972/73 Alemannia
Die Fusion zum 1. FC 1910 Heinsberg-Lieck
1970 bis 1973
Von 1910 bis 1973 waren Alemannia Heinsberg und Germania Lieck sportliche Rivalen, auch wenn immer wieder Spieler zwischen beiden Vereinen wechselten. Auf den ersten Blick brauchte keiner der beiden die Fusion: Die Germania stand mit einer entwicklungsfähigen Mannschaft gesichert in der Bezirksklasse, die Alemannia mit einer jungen, erfolgreichen Elf vor dem Aufstieg in die 1. Kreisklasse.
Doch beiden fehlte die Perspektive. In Lieck waren die unteren Jugendjahrgänge schwach besetzt, der Alemannia fehlten Spieler in den oberen Altersklassen, und die ersten geburtenschwachen Jahrgänge machten beiden Sorgen. Die Vorstände dachten schon länger an Gespräche mit Nachbarvereinen, an der Basis fehlte aber der Rückhalt. Die Liecker fühlten auch in Richtung Kirchhoven vor, fanden für die damals geplante Form aber nicht genug Befürworter. Dann kam die Anregung des Heinsberger Vorstands und machte die Wahl des Partners leicht.
Als Väter der Fusion setzten sich Siggi Baumung für die Alemannia und Toni Feilzer für die Germania zusammen. In stundenlangen Gesprächen mit ihren Vorständen kamen sie zu dem Schluss, dass die Fusion dem Fußball der Stadt nützen würde. Die Vorstellungen über Jugendarbeit und die Ziele der Senioren passten gut zusammen, und die Beteiligten verstanden sich auch menschlich.
Im März 1973 wurden die Pläne öffentlich. Nach Vorgesprächen lag ein Vertragsentwurf vor: Vereinsfarben Rot-Weiß, Ausweichtracht Schwarz-Weiß, beide Plätze bleiben erhalten, die erste Mannschaft spielt im Wechsel, der Vorstand wird paritätisch besetzt. Am 2. April 1973 sprach Toni Feilzer vor einer gut besuchten Versammlung in Lieck über Nachwuchsmangel, Finanzen und Klassenerhalt. Die Mitglieder lehnten die Fusion nicht grundsätzlich ab, drängten aber darauf, den Liecker Platz zu erhalten.
Die Satzungen verlangten mindestens 75 Prozent Zustimmung. In Heinsberg kamen 97 Mitglieder ins Foyer der Stadthalle. Vorsitzender Siggi Baumung erläuterte die Gründe, Kassierer Bernd Langohr wies einen Kassenbestand von über 9000 DM aus, was Kassenprüfer und Ehrenvorsitzender Erwin Juli bestätigte. Baumung sah im gemeinsamen Wirtschaften den besten Weg. Den Vorwurf, Lieck handle nur aus Geldgründen, wies er zurück, der Bezirksklassenverein habe eine sehr gute Kassenlage. Für Heinsberg sprächen vor allem sportliche Gründe, gerade für die Jugend, die nun in einer höheren Klasse spielen könne. Die Abstimmung ergab 85 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen und 9 Enthaltungen, also 87 Prozent.
In Lieck kamen 77 Mitglieder ins Vereinslokal Hermanns. Toni Feilzer erklärte, dass Lieck auf Dauer nicht mit eigenem Nachwuchs auskomme und die finanziellen Anforderungen steigen würden. In der Aussprache sprach sich niemand dagegen aus. Dr. Coulon sprach für die Befürworter und bat, Sentimentalitäten zurückzustellen. Die Germania brachte annähernd 4000 DM Kassenbestand mit. In namentlicher Abstimmung stimmten 61 Mitglieder mit Ja, 14 mit Nein, einer enthielt sich, rund 80 Prozent. Feilzer rief die Mitglieder auf, weiter zur Fahne zu stehen, denn die Germania werde im neuen Verein weiterleben. Anfang Mai 1973 stand fest, dass beide Vereine zugestimmt hatten. Die Germania brachte die Bezirksklasse mit, die Alemannia eine starke Jugendabteilung und ein finanzielles Polster.
Danach entstand die neue Satzung. Am 25. Mai 1973 kamen 137 Mitglieder zur Gründungsversammlung in die Stadthalle Heinsberg. Die beiden bisherigen Vorsitzenden unterzeichneten den Fusionsvertrag, die Versammlung nahm die Satzung einstimmig an und wählte den ersten Vorstand des 1. FC 1910 Heinsberg-Lieck mit Toni Feilzer und Siggi Baumung an der Spitze.
In vielen Sitzungen legte der Verein früh seine Ziele fest. Neben dem sportlichen Erfolg sollten die erzieherischen Werte des Mannschaftssports im Mittelpunkt stehen: Pflichtbewusstsein, Gemeinschaft und Achtung vor dem Partner, Respekt, das Einhalten von Regeln, Teamarbeit, Einsatz für andere und Anerkennung fremder Leistung. Gemeldet wurden 4 Seniorenmannschaften, die Jugendabteilung kam mit mindestens doppelt besetzten Altersklassen auf 12 Mannschaften. Die Alten Herren beider Stammvereine blieben zunächst getrennt.
Am 28. Juli 1973 feierte die neue FC-Familie mit Varieté und Tanz in der Stadthalle ihr Gründungsfest. Toni Feilzer nannte die Jugendarbeit als besondere Aufgabe, Siggi Baumung ehrte die Heinsberger Aufstiegsmannschaft mit Trainer Matthias Ohligschläger. Trotz mancher Unkenrufe wurde aus den beiden Vereinen nach kurzen Anlaufschwierigkeiten eine Einheit. Nach zwei Jahren sagte Toni Feilzer, aus der Vernunftehe sei eine Liebesehe geworden.
Erster Vorstand am 25. Mai 1973
- 1973 Toni Feilzer, 1. Vorsitzender
- 1973 Siggi Baumung, 2. Vorsitzender
- 1973 Martin Thora, 1. Geschäftsführer
- 1973 Heinrich Schmitz, 2. Geschäftsführer
- 1973 Toni Schmitz, 1. Kassierer
- 1973 Bernd Langohr, 2. Kassierer
- 1973 Willi Engels, 1. Jugendleiter
- 1973 Heinz-Willi Clemens, 2. Jugendleiter
- 1973 Heijo Quasten, Werbeleiter
- 1973 Heinz Babucke, Pressewart
Abstimmungen 1973
- Alemannia Heinsberg 85 Ja, 3 Nein, 9 Enthaltungen (87 Prozent)
- Germania Lieck 61 Ja, 14 Nein, 1 Enthaltung (rund 80 Prozent)
KI-koloriertMehr dazu im Archiv: 1972/73, 1972/73 Alemannia, 1973/74
Die ersten Jahre des 1. FC
1973 bis 1981
Eigentlich sollten im ersten Jahr nur die Klassen gehalten werden, am Ende stand die Vizemeisterschaft der Bezirksklasse. Bei der Jahreshauptversammlung 1974 zählte der Verein über 140 Jugendliche in 13 Mannschaften und galt damit als wohl stärkster Verein im Kreis. Als Fernziel nannte Toni Feilzer eine höhere Klasse.
Eine Statistik des Fußballverbandes Mittelrhein führte den 1. FC Heinsberg-Lieck 1975 mit 19 Mannschaften als fünftstärksten Verein im ganzen Verbandsgebiet. Vor ihm lagen nur Schwarz-Weiß Köln (24), der 1. FC Köln (21), Ford Niehl (21) und der Bonner SC (20), dahinter folgte Bayer Leverkusen (18). In diesen Jahren kamen eine Schachabteilung (1974), die portugiesischen Mannschaften des Centro Portugues (1974) und die Leichtathletik (1976) dazu.
1975 baute der Verein in eigener Regie und mit vielen freiwilligen Helfern eine Flutlichtanlage auf dem Sportplatz in Lieck. Erst damit war ordentliches Training für die vielen Mannschaften möglich, abends auch im Winter, und der Nachmittag blieb für die Jüngeren frei. Großen Anteil hatte Vereinsfreund Hans Stegelmann, der seinen Maschinenpark für die schwierigen Arbeiten zur Verfügung stellte. Nach einer Satzungsänderung wurde er 1975 zum Präsidenten gewählt und behielt das Amt zwei Jahre. Seit 1977 wird der Verein wieder ohne Präsident geführt.
1977 stieg die erste Mannschaft in die Landesliga auf, 1979 zog der Verein ins neue Seestadion in Lieck. 1977 und noch einmal im Mai 1979 erinnerte Ehrenvorsitzender Erwin Juli die Lokalpresse daran, den Verein nicht nur als Lieck zu bezeichnen: Der 1. FC sei aus Alemannia Heinsberg und Germania Lieck entstanden, Vorstand und Mannschaften kämen aus beiden Orten, die meisten Spieler aus Heinsberg, und die Plätze gehörten der Stadt Heinsberg.
Sieben Jahre nach der Fusion zog Toni Feilzer 1980 eine positive Bilanz. Geschäftsführer Martin Thora stellte fest, die Fusion sei angenommen und der Verein bleibe ohne rote Zahlen zahlungsfähig.
Mehr dazu im Archiv: 1973/74, 1974/75, 1975/76, 1976/77, 1977/78, 1978/79, 1979/80, 1980/81
Wechsel an der Spitze und das 75-jährige Jubiläum
1981 bis 1997
1981 stellte sich Toni Feilzer nach 19 Jahren an der Spitze, erst der Germania und dann des 1. FC, aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wahl. Die Generalversammlung ernannte ihn einstimmig zum Ehrenvorsitzenden, im Juli 1981 wurde Helmut Schmitz Vorsitzender. Ein Jahr später legte Siggi Baumung nach neun Jahren als 2. Vorsitzender sein Amt nieder und wurde ebenfalls Ehrenvorsitzender.
Im März 1984 trat Helmut Schmitz zurück. Toni Feilzer übernahm kommissarisch und präsentierte der nächsten Generalversammlung Helmut Over, damals noch aktiv bei den Alten Herren der Alemannia. Er wurde mit großer Mehrheit gewählt und führte den Verein mit einem jungen Vorstand, 2. Vorsitzender war Herbert Beumers.
Das 75-jährige Jubiläum 1985 organisierten Helmut Over und sein Vorstandsteam unter der Schirmherrschaft von Stadtdirektor Richard Nouvertné, Bürgermeister war Otto Knoll. Ein Ortsturnier für nicht Fußball spielende Vereine aus Heinsberg und Lieck gewannen die St. Martini Schützen aus Lieck. Am 27. Juni 1985 gab es einen Heimatabend mit einem Aufzug von Lieck zur Stadthalle, wegen der vielen Vereine einen zweiten am 2. August. Sportlicher Höhepunkt war ein Turnier für erste Mannschaften mit einem Einlagespiel der Traditionself von Borussia Dortmund. Ein Fallschirmspringer landete im Seestadion und brachte den Spielball. Die Genehmigung der Bundesanstalt für Flugsicherung kostete 75 DM, die des Regierungspräsidenten für diese Luftfahrtveranstaltung 101,70 DM.
1985 hatte der Verein seinen Höchststand. Mit 5 Senioren-, davon 2 portugiesischen, 9 Jugend- und 2 Altherrenmannschaften und über 500 Mitgliedern war er der größte Fußballverein des Kreises. Gespielt wurde im Seestadion in Lieck.
1988 wählte die Generalversammlung Rolf Jakobs zum Vorsitzenden. Neben dem Ortsturnier gab es 1988 ein Turnier für zweite Mannschaften, und die Portugiesen luden Landsleute aus ganz Nordrhein-Westfalen zu einem eigenen Turnier ein. Nach knapp einem Jahr trat Jakobs aus persönlichen Gründen zurück. Im Februar 1989 ließ sich Toni Feilzer überzeugen und wurde mit großer Mehrheit gewählt, zugleich Vorsitzender und Ehrenvorsitzender, ein Novum in der Vereinsgeschichte. Als Mitinitiator der Fusion fühlte er sich dazu verpflichtet. Der Verein hatte damals 506 Mitglieder. Ein Spendenaufruf für ein Fahrzeug der Jugendabteilung brachte bei der Versammlung 454 DM.
Am 20. Oktober 1988 starb Josef Zohren, langjähriger Ehrenvorsitzender der Alemannia und Träger der silbernen Ehrennadel des Vereins. Im Februar 1990 folgte ihm Ehrenvorsitzender Erwin Juli, der die Alemannia lange als Vorsitzender geführt hatte.
Im Mai 1990 wechselte Mittelstürmer Dirk Steinberg, der bis zur C-Jugend in Heinsberg-Lieck gespielt hatte und später Auswahlspieler in Kreis, Mittelrhein und U 17 war, von Borussia Mönchengladbach zu Schalke 04. Er überzeugte Trainer Peter Neururer im Probetraining und erhielt einen Zweijahresvertrag.
Nach dem Streit in der Jugendabteilung im Herbst 1990 wählte die folgende Generalversammlung Michael Jansen zum Geschäftsführer und Wilfried Koßlar zum Kassierer des Hauptvorstands. Am 8. März 1995 wählte die Jahreshauptversammlung in der Stadthalle den bisherigen 2. Vorsitzenden Herbert Beumers zum Vorsitzenden. Toni Feilzer verabschiedete sich nach mehr als drei Jahrzehnten an der Spitze und blieb Ehrenvorsitzender. Weil zuletzt fünf Stammspieler nicht ersetzt werden konnten, wollte der Verein mit einem Sponsorenring neue Wege gehen, unter dem Motto Ohne Moos nix los.
Mit dem Abstieg aus der Bezirksliga begann eine schwierige Zeit. Auch die Jugend litt unter Mitgliederschwund und musste in den oberen Jahrgängen mit anderen Vereinen zusammenarbeiten. Herbert Beumers, enttäuscht von den Ergebnissen und mit seinen Sponsoring-Ideen gescheitert, trat 1997 nicht wieder an. In der Generalversammlung fand sich trotz mehrerer Versuche kein Kandidat, ohne Vorsitzenden drohte die Auflösung. Der Ältestenrat ließ den amtierenden Vorstand binnen drei Monaten eine neue Versammlung einberufen und führte Gespräche. Gewählt wurde schließlich Jochen Krappen. Seine Bedingung: kein Geld mehr für Spieler, denn für ein Hobby solle man nicht auch noch entlohnt werden.
Vorstand 1989
- 1989 Toni Feilzer, 1. Vorsitzender
- 1989 Herbert Beumers, 2. Vorsitzender
- 1989 Manfred Jansen, 3. Vorsitzender
- 1989 Holger Elschenbroich, 1. Geschäftsführer
- 1989 Hubert Jöris und Johannes Kauhl, stellvertretende Geschäftsführer
- 1989 Wilfried Graf, 1. Kassierer
- 1989 Wilfried Koßlar und Heinz Lowis, stellvertretende Kassierer
Vorstand 1995
- 1995 Herbert Beumers, 1. Vorsitzender
- 1995 Wilfried Koßlar, Stellvertreter
- 1995 Michael Jansen, Geschäftsführer
- 1995 Juppi Cüppers, stellvertretender Geschäftsführer
- 1995 Dietmar Floitgraf, Kassierer
- 1995 Karl-Heinz Jansen, 2. Kassierer
- 1995 Gerd Truger und Helmut Hils, Jugendvorstand
Vorstand 1997
- 1997 Jochen Krappen, 1. Vorsitzender
- 1997 Hubert Jöris, Stellvertreter
- 1997 Markus Cremers, Geschäftsführer
- 1997 Dietmar Floitgraf, Kassierer
- 1997 Norbert Berens und Karl-Heinz Jansen, Stellvertreter
KI-koloriert
Mehr dazu im Archiv: 1981/82, 1982/83, 1983/84, 1988/89, 1990/91, 1993/94, 1994/95
Mit eigenen Leuten ins Jubiläumsjahr
1997 bis 2010
Zum 25-jährigen Fusionsjubiläum 1998 lebte die alte Tradition des Ortsturniers wieder auf. Beim ersten Turnier traten 9 Mannschaften an, das Endspiel gewann die Polizei Heinsberg mit 2:0 gegen die Haas-Kickers. Da die Beamten nicht im Dienst waren, setzten sie die Siegprämie gleich am Getränkestand um. Im selben Jahr richteten die Alten Herren die Stadtmeisterschaften mit 14 Mannschaften an zwei Juni-Wochenenden aus.
Im Frühjahr 1999 wurde Norbert Berens Vorsitzender. Der neue Vorstand setzte weiter konsequent auf eigene Spieler, überschüssiges Geld sollte gerecht an die Mannschaften für Kameradschaftsabende oder Ausflüge gehen. Im Frühjahr 2001 suchte der Vorstand um Berens einen Nachfolger und einigte sich mit Manfred Küppers, der mit großer Zustimmung gewählt wurde. Mit Doris Billens als stellvertretender Kassiererin gehörte erstmals eine Frau dem Vorstand an.
Erste Aktion des neuen Vorstands war 2001 der Umbau des Vereinsheims. Beim Ortsturnier 2001 gewann die Mannschaft des Känguruh-Viertels zum zweiten Mal in Folge, mit 11 Vereinen hatte das Turnier seine bisherige Rekordbeteiligung.
Im März 2002 starb Vorstandsmitglied Karl-Heinz Jansen mit 61 Jahren. Er war stellvertretender Kassierer und hatte maßgeblich an den Unterständen am Spielfeld und am Umbau des Aufenthaltsraums mitgearbeitet. Im Dezember 2002 starb plötzlich der 22-jährige Michael Losberg, Spielführer der zweiten Mannschaft. Am 21. Dezember 2002 wurde er unter großer Beteiligung des Vereins beigesetzt. Im Januar 2004 starb Heinz Babucke mit 77 Jahren. Er gehörte dem Vorstand und dem Ältestenrat an und hatte die Vereinszeitschrift maßgeblich gestaltet.
2005 feierte die Stadt Heinsberg ihr 750-jähriges Bestehen. Eine große Gruppe der Jugendabteilung fuhr mit geschmückten Fahrrädern im Festzug mit und bot ein Torwandschießen an. Ludwig Stolz (Elektro Stolz) stattete alle mit einheitlichen T-Shirts aus und stellte einen Oldtimer, in dem das älteste Mitglied Josef Flutgraf den Festzug begleitete. Die Alten Herren richteten im selben Jahr die Ü-50-Kreismeisterschaften mit acht Vereinen aus.
Im Frühjahr 2007 gab Manfred Küppers den Vorsitz an Manuel dos Santos ab. Um die dünnen finanziellen Reserven zu stärken, wurde 2007 der Förderverein Rote Löwen gegründet. Volker Dohmen und Dirk Poschen sollten als Verantwortliche Sponsoren und Fördergelder beschaffen. Im November 2007 starb Willi Mühlenbruch, lange aktiv bei Senioren und Alten Herren und Kassierer der Jugendabteilung.
2008 fand erstmals ein Nachtturnier für Hobbymannschaften statt: Freizeitteams spielten in der Halle im Klevchen bis über Mitternacht hinaus, die erste Auflage fand großen Zuspruch. 2009 blieb im Vorstand um Manuel dos Santos kurz vor dem 100-jährigen Bestehen alles beim Alten, die Vorbereitungen auf das Fest liefen. Am 16. November 2009 starb Helmut Over mit nur 60 Jahren nach halbjähriger schwerer Krankheit. Der frühere Spieler, Vorsitzende und Vereinswirt gehörte zum Organisationskomitee des Jubiläums und hatte die Vorbereitung noch mitgetragen.
Vorstand 1999
- 1999 Norbert Berens, Vorsitzender
- 1999 Hubert Jöris, stellvertretender Vorsitzender
- 1999 Markus Cremers, Geschäftsführer
- 1999 Manuel dos Santos, stellvertretender Geschäftsführer
- 1999 Dietmar Floitgraf und Karl-Heinz Jansen, Kasse
- 1999 Gerd Truger, Jugendleiter
Vorstand 2001
- 2001 Manfred Küppers, Vorsitzender
- 2001 Norbert Berens, stellvertretender Vorsitzender
- 2001 Michael Steffen, Geschäftsführer
- 2001 Markus Cremers, stellvertretender Geschäftsführer
- 2001 Manuel dos Santos, Kassierer
- 2001 Jürgen Lowis, stellvertretender Kassierer
- 2001 Doris Billens, stellvertretende Kassiererin
Vereinsfarben und Trachten
1910 bis 2010
Die Germania spielte ab 1910 in einem längs gestreiften rot-schwarzen Trikot mit ebenso gestreiftem Mützchen, gestiftet von den Brüdern Johann und Wilhelm Geiser. 1933 trat die Mannschaft in schwarz-weißer Tracht an.
Die Alemannia begann 1910 in schwarzen Hosen und schwarz-gelb gestreiften Trikots. 1920 stiftete der Vorsitzende Dr. med. Heinrich Wilkels eine komplette Tracht samt Fußballschuhen. 1928 wechselte die Alemannia zu den Farben der Stadt Heinsberg, Rot-Weiß, und die Stadt schenkte die erste rot-weiße Tracht.
Für den gemeinsamen Verein sah der Vertragsentwurf von 1973 die Farben Rot-Weiß und Schwarz-Weiß als Ausweichtracht vor. Der Heinsberger Stadtlöwe zierte die Zelte des Jugendzeltlagers, und der 2007 gegründete Förderverein trägt den Namen Rote Löwen.
Plätze und Seestadion
1910 bis 2010
In Lieck spielten die Junggesellen vor 1910 am Klauser Berg, das erste Spiel gegen Posterholt fand auf einer Wiese in der Endebrucher Drift statt. Der erste Vereinsplatz der Germania lag am Horster Weg, hinter dem Grenzgraben an der heutigen Martinusstraße, nahe dem späteren alten Platz. Weil die Gemeinde die Parzelle anderweitig verpachtete, zog der Verein nach Oberlieck und auf einen Platz neben dem Kirchhovener Sportplatz, bevor er auf einen neuen Platz am Horster Weg zurückkehrte. Später lag der Liecker Sportplatz am Liecker Hof.
1948 schnitt eine neue Verbindungsstraße nach Heinsberg den Platz am Liecker Hof durch, und Lieck musste in Kirchhoven spielen. Am 12. September 1948 wurde der neue Platz an der Stelle des heutigen alten Platzes eingeweiht. Anfang der 50er Jahre hieß er wegen seiner schwierigen Bodenverhältnisse nur der Acker.
1961/62 wurde der Liecker Platz gesperrt und ausgebaut: Spielfeld 105 mal 70 Meter, 100-Meter-Laufbahn, Sprunggrube, Kinderspielplatz und Parkplatz. Die Kosten von rund 20 000 DM teilten sich der Verein mit 1000 DM Kapital und 2000 DM Eigenleistung, die Gemeinde mit 1000 DM und zwei Morgen Vorgelände, der Kreis mit 3500 DM und die Regierung mit 12 500 DM. Die Zuschüsse reichten nicht, also stellten die Mitglieder die Anlage in Eigenleistung fertig, fünf Stunden je Mitglied. Die letzten Heimspiele der Saison fanden auf der Heinsberger Anlage statt. 1975 baute der Verein hier in eigener Regie eine Flutlichtanlage.
Die Alemannia spielte zuerst am Clause-Quellke nahe dem Schlangenkapellchen und auf einer Wiese hinter dem evangelischen Friedhof. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg legte die Stadt am Nordrand den Sportplatz Op dr Kavitteberg an der Mühlenstraße an. Am 7. Juni 1964 kam ein zweiter Platz als Aschenplatz dazu. Die Heinsberger Anlage hatte eine 400-Meter-Bahn und Sprunggruben, auf denen 1976 die Leichtathletik begann.
Als die Stadt Heinsberg das Gelände des Heinsberger Sportplatzes zum Baugebiet erklärte, baute sie in Lieck eine neue Anlage für Verein und Schulsport, direkt gegenüber der alten Germania-Kampfbahn: das Seestadion. In 19 Monaten entstanden für rund 1,4 Millionen DM ein Rasenplatz mit 400-Meter-Bahn und Rängen für 4000 Zuschauer, ein Aschenplatz, Leichtathletikanlagen, Flutlicht, ein Umkleidehaus mit Gemeinschaftsraum und Parkplätze. Am 24. Mai 1979 weihten Bürgermeister Hermann Hast und Stadtdirektor Richard Nouvertné die Anlage im strömenden Regen ein. Als Zuschauermagnet war Alemannia Aachen verpflichtet, doch der ganztägige Landregen hielt das Publikum fern. Vor rund 300 Zuschauern gewannen die Aachener 11:0.
Bei den jährlichen Jugendturnieren fehlte lange ein Schutz vor Hitze, Kälte und Regen. Nach einer Sitzung des Jugendvorstands entstand auf einem kleinen Zettel der Entwurf für einen Unterstand mit zwei Holzhäusern. Helmut Hils war Bauleiter, plante, besorgte Sponsoren und Material und übernahm die Logistik. Das Ausmauern übernahmen die Rentner Arnold Küppers und Karl-Heinz Jansen. Auch Jugendtore baute die Jugendabteilung selbst, um Kosten zu sparen: In zehn Jahren bis 2008 kamen so 8 Tore zusammen, maßgeblich gebaut von Gerd Truger, Heinz Albertz und Heinz Schluns in Räumen und mit Maschinen befreundeter Unternehmen.



Sportheime und Vereinslokale
1910 bis 2010
Die Germania wurde 1910 in der Gaststätte Josef Tillmanns gegründet, später bekannt als Zur Sportzentrale. Mit dem TuS Lieck zog das Vereinslokal in den Liecker Hof, 1949 kehrte der Verein in die Gaststätte Matthias Tillmanns zurück, das Gründungslokal. Später war Heinz Lowis Wirt der Sportzentrale. Die Alemannia war im Haus Jöris an der Bahnhofstraße gegründet worden. Haus Jöris war auch das Vereinslokal der Sportgemeinschaft 1897 und 1972 noch das der Alemannia. Langjähriger Wirt des Hauses Jöris war Helmut Over.
In Heinsberg besaß die Alemannia ein eigenes Jugend- und Sportheim am Sportplatz. Zur Zeit der Sportgemeinschaft trug es die Aufschrift Sport-Gemeinschaft 1897 Heinsberg, Platzwart war Josef Flutgraf. Später entstand mit Hilfe der Stadt ein Erweiterungsbau für die sanitären Anlagen.
In Lieck bot der Fußball-Verband Mittelrhein den beiden Vereinen der Gemeinde Kirchhoven je ein Jugendheim mit Umkleiden an, wenn ein Grundstück bereitstand. Die Gemeinde stellte in Lieck das Bauland und gab je Heim 5000 DM Zuschuss, Amtsdirektor Jansen räumte in vielen Gesprächen die Hindernisse aus dem Weg. Am 3. August 1957 wurden die Sportjugendheime in Lieck und Kirchhoven eingeweiht, die Einsegnung nahm Pfarrer Görtz vor. Im Festprogramm unterlag eine Kreisauswahl Alemannia Aachen mit Nationalspieler Michael Pfeifer 1:7. Am Giebel stand Sportjugendheim F.C. 1910 Germania. Das Heim an der Liecker Schule wurde zum Treffpunkt für Filmabende, Weihnachtsfeiern und Gäste, die dort übernachteten.
In der Saison 1982/83 bauten die Mitarbeiter des Jugendausschusses das alte Sportheim an der Grundschule in Lieck in sechs Wochen zum Sport- und Freizeit-Treff um, das Material stellte die Stadt Heinsberg. Unter der Woche gab es dort für Kinder und Jugendliche Tischtennis, Kicker, Flipper und Filme. Im Juni 1983 stellte sich der Treff mit einem Tag der offenen Tür vor.
2001 baute der neue Vorstand das Vereinsheim zu einem gemütlichen Versammlungsraum mit Theke um, aus einem Abstellraum wurde ein Büro. Die Arbeiten führten vor allem Manfred Küppers und Karl-Heinz Jansen aus, schwere Gitter sichern seitdem die Fenster. Der Raum dient bei Training, Versammlungen und Heimspielen.
KI-koloriertMehr dazu im Archiv: 1957/58
Die Vorsitzenden
1910 bis 2010
Germania und Alemannia hatten bis 1973 jeweils eigene Vorsitzende, seit der Fusion führt ein gemeinsamer Vorstand den 1. FC. Für einige Jahre fehlen genaue Angaben, besonders bei der Alemannia zwischen 1960 und 1964, als der Vorsitz mehrmals wechselte. Von 1975 bis 1977 hatte der Verein mit Hans Stegelmann zusätzlich einen Präsidenten.
Germania Lieck
- 1910 Johann Randerath
- bald nach 1910 Leonhard Schieren
- nach dem Ersten Weltkrieg Franz Görtz
- nach der Inflation Heinrich Zimmermann
- ab 1931 Heinrich Küppers
- um 1935 bis Kriegsende, ab 1939 TuS Lieck Wilhelm Laumen
- Mai 1945 bis Mai 1946 Hubert Jansen
- Mai 1946 bis Mai 1947 Hubert Hanrath
- 1947, in einer Vereinskrise Josef Vieten
- 1947 bis 1951 Hermann Görtz
- 1951 bis 1957 Hubert Jülich
- 1957 bis 1962 Martin Rademacher
- 1962 bis 1973 Toni Feilzer
Alemannia Heinsberg
- 1910 Gottfried Becker
- ab 1920 Dr. med. Heinrich Wilkels
- 1946 bis 1958 (Sportgemeinschaft 1897) Ludwig Jöris
- 1958 bis 1960 Josef Zohren
- 1960 bis 1964 mehrere Wechsel
- 1964 bis 1972 Erwin Juli
- 1972 bis 1973 Siggi Baumung
1. FC 1910 Heinsberg-Lieck
- 1973 bis 1981 Toni Feilzer
- 1975 bis 1977 Hans Stegelmann (Präsident)
- 1981 bis 1984 Helmut Schmitz
- 1984 Toni Feilzer (kommissarisch)
- 1984 bis 1988 Helmut Over
- 1988 bis 1989 Rolf Jakobs
- 1989 bis 1995 Toni Feilzer
- 1995 bis 1997 Herbert Beumers
- 1997 bis 1999 Jochen Krappen
- 1999 bis 2001 Norbert Berens
- 2001 bis 2007 Manfred Küppers
- seit 2007 Manuel dos Santos
Ehrenvorsitzende, Ehrenmitglieder und Jubilare
1953 bis 2009
Vier Männer trugen den Ehrenvorsitz: Josef Zohren für die Alemannia ab 1960, Erwin Juli ab 1972, Toni Feilzer ab 1981 und Siggi Baumung ab 1982. Toni Feilzer war von 1989 bis 1995 zugleich Vorsitzender und Ehrenvorsitzender.
Zum Ehrenmitglied ernannte die Germania 1953/54 einstimmig Heinrich Küppers, der den Verein 1931 nach der Trennung von Kirchhoven wieder in Ordnung gebracht hatte. Er starb am 8. Januar 1959 mit 62 Jahren. Die Alemannia ehrte ihren früh verstorbenen Jugendleiter Josef Scherrers mit der Ehrenmitgliedschaft. Josef Deckers erhielt 1953/54 im Auftrag des Westdeutschen Fußball-Verbandes die goldene Ehrennadel für langjährige Tätigkeit, Josef Zohren trug die silberne Ehrennadel des Vereins.
Langjährige Mitglieder ehrt der Verein in seinen Jahreshauptversammlungen, für über 50 Jahre Mitgliedschaft gibt es die goldene Vereinsnadel. 1993 ehrte Toni Feilzer im Liecker Hof eine ganze Reihe von Jubilaren. 1995 wurde Jochen Krappen für 15 Jahre aktive Spielerlaufbahn geehrt. 2003 dankte der Verein Gerd Truger, der die Jugendabteilung über 20 Jahre geprägt hatte. 2004 war Josef Flutgraf mit 89 Jahren das älteste Mitglied, Vorsitzender Küppers überreichte ihm Urkunde und Präsentkorb. 2007 wurde Helmut Over geehrt, aktiver Spieler bei Senioren und Alten Herren, Vorsitzender und langjähriger Wirt des Hauses Jöris. 2008 folgte Heinz Lowis, früher ein gefürchteter Stürmer der Germania, Wirt der Sportzentrale und Mitglied im Ältestenrat.
Ehrenvorsitzende
- ab 1960 Josef Zohren (Alemannia), gestorben 20. Oktober 1988
- ab 1972 Erwin Juli (Alemannia, dann 1. FC), gestorben Februar 1990
- ab 1981 Toni Feilzer
- ab 1982 Siggi Baumung
Ehrenmitglieder
- 1953/54 Heinrich Küppers (Germania)
- vor 1985 Josef Scherrers (Alemannia)
Geehrte Mitglieder
- 1993 65 Jahre: Hans Schruff
- 1993 60 Jahre: Josef Flutgraf
- 1993 55 Jahre: Matthias Jansen-Wallraven, Peter Peters, Willi Houben, Josef Hülsen
- 1993 50 Jahre: Gerhard Tillmanns, Hubert Spiertz, Konrad Kohnen, Peter Heggen, Josef Clemens, Josef Wallraven, Theo Hilgers, Hubert Thora, Gerhard von der Lieck
- 1993 45 Jahre: Helmut Betteldorf, Hans-Josef Breuers, Gerhard Wilms, Lambert Jütten, Hans Busch, Hans Florack
- 1993 40 Jahre: Willi Clemens, Alfred Rauschning, Leo Moers, Franz Fröhls, Matthias Ohligschläger, Peter Schäfer
- 1995 45 Jahre: Gerhard Wilms
- 2004 77 Jahre: Josef Flutgraf
- 2004 70 Jahre: Peter Peters
- 2004 50 Jahre: Matthias Ohligschläger, Edi Willems
- 2007 50 Jahre: Helmut Over
- 2008 50 Jahre: Heinz Lowis
- 2009 50 Jahre: Willi Beumers, Karl-Heinz Nießen, Arnold Küppers
- 2009 60 Jahre: Hubert Esser, Willi Clemens, Peter Schäfer, Leo Jülich
KI-koloriert
Mehr dazu im Archiv: 1953/54
Jugendarbeit
1927 bis 2010
Jugendarbeit wurde in beiden Stammvereinen von jeher groß geschrieben. Die Alemannia hatte schon 1927/28 eine A-Jugend mit Jugendleiter Erkens und Betreuer Jakob Heinrichs. Bei der Germania spielte die Jugend sogar im Krieg weiter, und unter Jugendleiter Horst Schmidtke gab es um 1960 neben sportlichen Erfolgen Filmabende, Fahrten und Weihnachtsfeiern. 1963 bildete die Germania erstmals einen Jugendausschuss. Bei der Alemannia baute Jugendleiter Josef Scherrers ab 1960 die Jugend aus, bis Mannschaften in allen Altersklassen ab der D-Jugend gemeldet waren. Die B-Jugend der Alemannia wurde 1967 Kreismeister, die Liecker A-Jugend 1972.
Bei den Überlegungen zur Fusion war die Jugendarbeit ein sehr wichtiger Punkt, weil die Vereine sie allein kaum noch bewältigen konnten. Möglich wurde sie durch viele ehrenamtliche Mitarbeiter und Betreuer, die dafür auch materielle Nachteile in Kauf nahmen. Jugendleiter Willi Engels wollte die Jugendlichen in Entscheidungen einbinden. Deshalb kamen 1974 erstmals Vertreter der älteren Jugendmannschaften in den ersten Jugendvorstand des 1. FC, den Toni Feilzer selbst vorstellte.
Gemeinsame Erlebnisse sollten die Jugend zusammenschweißen. Über Pfingsten 1974 fuhren 14 A-Jugendliche mit Jürgen Plett und Heinz Babucke auf Einladung des SSC Südwest nach Berlin, Ostern 1975 lernte dessen D-Jugend das Heinsberger Land kennen. B- und später A-Jugend fuhren mehrfach zu Vereinsfreunden nach Homburg an der Saar, deren erste Mannschaft damals in der 2. Bundesliga spielte. Pfingstziel der C-Jugend 1975 war der SV Reihen, Kontakte gab es auch zum VfL Duisburg-Wedau und zu Fortuna Köln. Die Jungen sollten neben dem Fußball Land und Leute kennenlernen, Kontakte knüpfen und Rücksicht lernen.
1979 war die englische Stalham School eine Woche bei der D-Jugend zu Gast. Unter Jugendleiter Helmut Hotopp, der die Abteilung 1980 und 1981 führte, wuchs daraus eine enge Freundschaft mit einem Besuch in England und einem Gegenbesuch. Im Februar 1981 fuhren die beiden C-Jugendmannschaften zum Bundesligaspiel 1. FC Köln gegen VfB Stuttgart, die E-Jugend zu Borussia Mönchengladbach gegen MSV Duisburg. Ab 1982 leitete Hubert Jöris die Jugend, mit seinen Vertretern Wolfgang Kanditt und Bernd Schmitz, dem Kassierer Werner Beuer und dessen Vertreter Bert Dohmen. Mädchen waren 1985 noch nicht in die Jugendarbeit eingebunden.
Jeden Sommer richtete die Jugend das Gedächtnisturnier zum Andenken an Josef Scherrers aus. Unter Hubert Jöris wurde daraus eine Jugendsportwoche mit bis zu 60 Gastmannschaften und fast zwei Wochen Dauer. 1989 hatte die Jugendabteilung acht Mannschaften mit 90 Kindern und Jugendlichen, die im Jahr zuvor an 40 Turnieren teilgenommen und 25 Pokalplatzierungen erreicht hatten. Im Herbst 1989 war das Seestadion Gastgeber des Sepp-Herberger-Tags mit den Kreisauswahlmannschaften der D-Junioren (16 Mannschaften) und der D-Juniorinnen (6 Mannschaften).
Im Herbst 1990 kam es zum Streit zwischen Jugendabteilung und Hauptvorstand. Ein Jugendspieler war zu Schalke 04 gewechselt, und von dort kam eine hohe Summe. Über deren Verwendung zerstritt man sich, der gesamte Jugendvorstand trat zurück. Die folgende Generalversammlung setzte Gerd Truger als Jugendleiter ein, mit Helmut Hils als 2. Jugendleiter, Karl-Heinz Minkenberg als Jugend-Geschäftsführer und Günter Bernhardt als Kassierer.
Ab 1994 besuchten sich Jugendmannschaften aus Heinsberg und aus der polnischen Partnerstadt Ozimek gegenseitig. Im Sommer 1995 war eine B-Jugend des Klub Sportowy OSP Antoniow fast eine Woche in Heinsberg, mit Stadtbesichtigung, Schwimmbad, Kegeln, einem Ausflug ins Phantasialand und einem kleinen Turnier. Organisiert hatten das Gerd Truger und Werner Beuer, gekocht haben die Betreuerfrauen und Spielermütter der B-Jugend.
Im Juli 1995 spielte die D-Jugend beim Gothia-Cup in Göteborg, einem der größten Jugendturniere Europas. Karl-Heinz Minkenberg regelte die Formalitäten, Betreuer waren er, Norbert Berens und Caron. Die Reise ging mit dem Zug nach Flensburg mit Übernachtung in der Jugendherberge, weiter nach Frederikshavn und mit der Fähre nach Göteborg. Ein vergessener Ausweis wurde an der dänischen Grenze mit einem Übergangsausweis gelöst. Geschlafen wurde in einem Klassenzimmer, Eröffnung und Abschluss fanden im Ullevi-Stadion statt, gespielt wurde gegen norwegische Mannschaften, und ein Abstecher führte in den Vergnügungspark Liseberg. Auf der Rückfahrt wurde der Zug in Frederikshavn wegen der verspäteten Fähre nur mit einem Spurt erreicht.
Zwei Jahre lang stellte die Jugend ihr Sommerturnier unter ein neues Motto und spendete jeweils 2000 bis 3000 D-Mark an die von Jürgen Klinsmann gegründete Stiftung Agapedia für Kinder in Osteuropa. So kamen auch Alemannia Aachen und Fortuna Düsseldorf zu einem großen D-Jugend-Turnier. Organisiert wurde das vom Jugendvorstand um Gerd Truger, Karl-Heinz Minkenberg und Günter Bernhardt. Dazu kommen regelmäßig Winterturniere in der Halle an der Realschule für alle Altersklassen. Eltern helfen bei Bewirtung und als Schiedsrichter, legendär ist die frisch gebackene Pizza des früheren Jugendtrainers und Pizzabäckers Wadih Semmo. Im Rahmen des Winterturniers richtet der Verein die A-Jugend-Stadtmeisterschaft aus, außerdem Hallenkreismeisterrunden des Fußballkreises Heinsberg in der Halle im Klevchen.
2003 übergab Gerd Truger die Jugendleitung an Leo Jansen-Wallraven und blieb als beratender Beisitzer dabei. Um 2005 waren die unteren Jahrgänge gut besetzt, die älteren zeigten Lücken. Beim Familientag 2005 stellte sich die ganze Jugendabteilung zum Foto, in der Mitte Willi Beumers, seit 40 Jahren als Spieler, Trainer und Betreuer im Verein. 2006 wählte der Jugendtag Ralf Schmidt zum Jugendleiter, Frank Lehmkuhl führte die Geschäfte, Willi Mühlenbruch die Kasse. 2008 gewann die Jugendabteilung Andreas Maaßen als Trainer der A-Jugend, einen früheren Spieler des Vereins, der neue Trainingsmethoden einführte.
Youth Leader
- 1927/28 Erkens (Alemannia)
- im Zweiten Weltkrieg Josef Schlicher (TuS Lieck)
- 1952 O. Görtz (Germania)
- 1953 Josef Hülsen (Germania)
- 1955 bis 1960 Josef Lind (Germania)
- um 1960/61 Horst Schmidtke (Germania)
- 1962/63 Franz Caspers (Germania)
- 1960 bis 1973 Josef Scherrers (Alemannia)
- 1971 Willi Esser (Germania)
- ab 1973 Willi Engels (1. FC)
- 1980 bis 1981 Helmut Hotopp
- 1982 bis 1990 Hubert Jöris
- 1990 bis 2003 Gerd Truger
- 2003 bis 2006 Leo Jansen-Wallraven
- ab 2006 Ralf Schmidt
- 2010 Marc Beckers




Mehr dazu im Archiv: 1973/74
Das Heinsberger Jugendzeltlager
1960 bis 1985
Das Zeltlager geht auf Jugendleiter Josef Scherrers zurück, genannt Jupp. Im Sommer 1960 startete er mit einer Jugendgruppe der Alemannia von etwa 20 Personen per Fahrrad zum Hariksee bei Niederkrüchten. Als Helfer fuhren seine Frau Gertrud sowie Josef Flutgraf mit Ehefrau mit. Drei Tage lang standen dort ein paar kleine Zelte, Fußbälle waren natürlich dabei. Im Kreisgebiet war so ein Lager damals einmalig.
1961 schlug Scherrers seine meist geliehenen Zelte unter den Pappeln neben dem alten Sportplatz Am Kavittenberg auf. Unter seiner Lagerleitung, mit seiner Frau und dem Ehepaar Alfred und Erna Rauschning, verbrachten dort schon 40 Kinder einige Ferienwochen. Später kamen Kinder aus Nachbarorten wie Kempen und Braunsrath dazu und mit ihnen weitere Helfer, darunter die früh verstorbenen Jugendleiter Berke aus Braunsrath und Schröder aus Kempen. In der Feldküche kochten Josef Vergossen und später Günter Rütten.
Aus Scherrers' Jugendabteilung heraus entstanden auch die Anfänge des Heinsberger Kinderchors und des Kinderkarnevals. Das Lager zog an viele Orte, auch ins benachbarte Holland und sogar nach Tschagguns in Österreich, immer mit dem Heinsberger Stadtlöwen auf den Zelten. 1975 war das 16. Lager in Folge mit über 100 Jugendlichen geplant.
Nach Scherrers' frühem Tod führten Hubert Jöris als Jugendleiter, Werner Beuer, Bert Conzendorf, Theo Hülsen, Wolfgang Kanditt, Werner Schluns und andere das Erbe fort. Mit Hilfe der Stadt Heinsberg und von Förderern besaß die Jugendabteilung 1985 größere Zelte, jedes Jahr fuhren 80 bis 100 Jungen und Mädchen mit. Im Jubiläumsjahr 1985 bestand das Lager seit 26 Jahren.
Die Leichtathletikabteilung
1976 bis 1989
Im Frühjahr 1976 beschloss der Vorstand, eine Leichtathletikabteilung anzugliedern, im April 1976 war es so weit. Mit Hilfe des ersten Abteilungsleiters Dr. med. Tholen begann schon im Sommer der Übungsbetrieb auf der alten Heinsberger Anlage mit 400-Meter-Bahn und Sprunggruben.
Richtig aktiv wurde die Abteilung erst nach dem Bau des Seestadions mit seinen Leichtathletikanlagen. Nun konnte der Verein vor allem den Jugendlichen aus Heinsberg und Lieck ein Trainingsangebot machen, und aus knapp 10 Aktiven wurde eine große, leistungsstarke Mannschaft. Seit dem 27. Januar 1983 verwaltet sich die Abteilung mit über 80 Aktiven selbst, mit eigenem Vorstand unter Horst F. Brune. Die starke Jugend ist darin durch einen Jugendobmann und je einen weiblichen und männlichen Jugendlichen vertreten.
1984 stellte die Abteilung 14 Stadt- und Kreismeister. In der Kreisbestenliste, die je Disziplin nur die zehn Besten nennt, standen ihre Athleten 65-mal. Mit 82 Mitgliedern lag sie 1985 unter den 28 Vereinen des Leichtathletik-Verbands Nordrhein auf Platz 8, das waren 4,14 Prozent oder ein Vierundzwanzigstel aller Mitglieder. 1989 leitete Heinz Schwantes die Abteilung.
Abteilungsleiter
- ab 1976 Dr. med. Tholen
- ab 1983 Horst F. Brune
- 1989 Heinz Schwantes
Die Schachabteilung
1974 bis 1985
Im Frühjahr 1974 wurde dem Verein eine Schachabteilung angegliedert. Ewald Powietzka schulte die Mannschaft. 1975/76 wurde sie erstmals zur Meisterschaft gemeldet und stieg auf Anhieb in die A-Klasse auf, ohne Niederlage und mit nur einem Unentschieden gegen Wegberg. 1975 bestätigte die Jahreshauptversammlung den Vorstand der Schachabteilung mit de Cautter, Laforse und Mausbach. Später machten sich die Schachfreunde Heinsberg als eigener Verein selbständig, weiter unterstützt vom 1. FC.
Die portugiesischen Mannschaften
1974 bis 2002
Seit 1974 spielen die portugiesischen Sportfreunde des Centro Portugues Heinsberg in und für den Verein. Das Centro suchte damals eine Vereinsbasis für seine Fußballer und stellte zunächst eine, später zwei Mannschaften für die Kreisklassen. Betreut wurden sie anfangs von Manuel Damario. Die erste portugiesische Mannschaft war zugleich die 3. Mannschaft des Vereins.
1984/85 stieg die erste portugiesische Mannschaft in die Kreisliga A auf. 1988 lud sie Landsleute aus ganz Nordrhein-Westfalen zu einem eigenen Turnier ein. 1995 führte die dritte Mannschaft, das Centro Portugues, die Kreisliga C an. 1998/99 wurden die frühere Zweite und die portugiesische Mannschaft zu einer neuen zweiten Mannschaft zusammengelegt, auch danach spielte eine portugiesische Mannschaft in den Kreisligen B und C.


Die Damenmannschaft
um 2000 bis 2005
In einem Frühsommer um das Jahr 2000 wandten sich einige Frauen an den Verein, weil sie eine Damenmannschaft gründen wollten. Der Vorstand griff den Vorschlag auf, und schnell fand sich ein Sponsor für die Ausrüstung. Betreuer und Trainer war Reiner Herkenrath, dessen Frau und Tochter zu den Stützen der Mannschaft gehörten.
Beim ersten Turnier in Wassenberg belegten die Damen gleich Platz 4. Trainiert wurde im Seestadion und in der Halle, gespielt bei Hobbyturnieren für Damen und in Freundschaftsspielen gegen Nachbarmannschaften. Nach nur fünf Jahren endete die Mannschaft, weil Nachwuchs und Interesse fehlten.
Die Alten Herren
1954 bis 2010
Schon 1954 galten die Alten Herren der Alemannia als Rückgrat des Vereins. Die Alten Herren aus Lieck feierten 1980 ihr 25-jähriges Bestehen mit einem großen Turnier im Seestadion und einem Fest mit Musik und Tanz im Zelt. Weit bekannt waren sie für ihre Spielstärke, betreut wurden sie von Heinz Lowis und Jakob Hohnen, mit dabei waren unter anderem Matthias Ohligschläger und Herbert Beumers. Beim 50-jährigen Jubiläum der Germania 1960 trafen sich die Alten Herren von Lieck und Heinsberg zu einem Vorspiel.
Nach der Fusion gingen die Alten Herren beider Stammvereine in den neuen Verein über, blieben aber zunächst getrennt als Alte Herren Lieck und Alte Herren Heinsberg. Sie spielten Freundschaftsspiele mit wechselnden Siegern und halfen den Senioren bei Engpässen aus. Die Heinsberger betreute Gottfried Busch, im Tor stand Helmut Over. 1980 wurden die Heinsberger Alten Herren Stadtmeister. 1983 traten beide Mannschaften in Porselen gemeinsam als AH Heinsberg-Lieck an und gewannen die Stadtmeisterschaft. Einige Jahre später wurde die Personaldecke zu dünn, und die Alten Herren schlossen sich zu einer Mannschaft des 1. FC zusammen.
1994 lösten die Alten Herren den Abonnementsieger Oberbruch als Kreismeister ab und wurden auf Verbandsebene sogar Vizemeister. 1998 richteten sie die Stadtmeisterschaften mit 14 Mannschaften aus, organisiert von den älteren Spielern und ihren Frauen. 2005 wurden sie Stadtmeister und richteten die Ü-50-Kreismeisterschaften mit acht Vereinen aus. 2010 stellte der Verein eine Altherrenmannschaft.



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Das Löwen-Echo
1973 bis 1982
Die Vereinszeitung Löwen-Echo stärkte im ersten Spieljahr nach der Fusion und danach das Gemeinschaftsgefühl. Sie brachte Neuigkeiten, Termine und Hintergründe. Schriftleiter war von Juli 1973 bis März 1975 Heinz Babucke, danach Toni Feilzer. Finanziell ermöglichte Werbeleiter Heijo Quasten bis April 1976 das Erscheinen, dann übernahm Siggi Baumung die Werbung.
1982 erschien das Löwen-Echo mindestens einmal im Monat und höchstens 20-mal im Jahr, kostenlos und in rund 2000 Exemplaren. Die Texte schrieben Toni Feilzer für die Senioren, Hubert Jöris für die Jugend und Horst F. Brune für die Leichtathletik. Die Arbeit war aufwendig und teuer, und es waren immer dieselben Redakteure, vor allem Heinz Babucke. Steigende Druckkosten zwangen den Verein, erst das regelmäßige und später das Erscheinen ganz einzustellen.
KI-koloriertIm Fußballkreis und im Verband
1948 bis 1995
Egidius Braun, Vorsitzender des Fußball-Verbandes Mittelrhein und Schatzmeister des DFB, zählte den Verein 1985 seit Jahrzehnten zu den größten im Fußballkreis. Mehrere Mitglieder trugen Verantwortung in Kreis und Verband, und der Verein stellte überdurchschnittlich viele Schiedsrichter. Als Herzstück nannte Braun die Jugendarbeit mit Jahr für Jahr knapp zehn Mannschaften und das seit Jahrzehnten bestehende Zeltlager.
Am längsten prägte Peter Peters aus Lieck den Kreis. In den 30er Jahren spielte er bei der Alemannia, im Juli 1948 kam er als Geschäftsführer in den Kreisvorstand, ab 1949 war er Technischer Obmann. 1962 folgte er dem verstorbenen Andreas Weintz als Kreisvorsitzender und blieb es, bis ihn 1995 Josef Füßer aus Oberbruch ablöste. Konrad Kohnen saß Anfang der 50er Jahre im Jugendausschuss des Kreises.
Am 10. November 1995 feierte der Fußballkreis Heinsberg in der Oberbrucher Festhalle seinen 50. Geburtstag. Als sportliche Blütezeit galten die 70er Jahre, in denen auch der 1. FC Heinsberg-Lieck in der Landesliga spielte.
KI-koloriertDer Verein im Jubiläumsjahr 2010
2010
Zum 100-jährigen Bestehen 2010 stellte der 1. FC 1910 Heinsberg-Lieck 2 Senioren-, 9 Jugend- und eine Altherrenmannschaft und hatte über 250 Mitglieder. Gespielt wurde im Seestadion in Lieck. Vorsitzender war Manuel dos Santos, Schirmherr des Jubiläums Bürgermeister Wolfgang Dieder, Kreisvorsitzender Eduard Meinzer.
Das Festprogramm begann am Samstag, 17. Juli 2010, mit einem Ortsturnier für Freizeitmannschaften. Am Freitag, 13. August 2010, zog um 19.30 Uhr ein Festzug durch die Heinsberger Innenstadt, um 20 Uhr begann der Festabend auf dem Burgberg. Am Samstag, 14. August 2010, folgte um 20 Uhr ein Open-Air-Konzert auf dem Burgberg mit den Heinsberger Bands All Ages und Super Natural.
Vorstand 2010
- 2010 Manuel dos Santos, Vorsitzender
- 2010 Günter Bernhardt, 2. Vorsitzender
- 2010 Thorsten Schons, Geschäftsführer
- 2010 Michael Steffen, 2. Geschäftsführer
- 2010 Jürgen Lowis, 1. Kassierer
- 2010 Andre Beumers, 2. Kassierer
- 2010 Carsten Jungbluth, Arndt Heutz und Marcel von Helden, Beisitzer
Jugendvorstand 2010
- 2010 Marc Beckers, Jugendleiter
- 2010 Uwe Bürschgens, 2. Jugendleiter
- 2010 Andreas Gabel, Geschäftsführer
- 2010 Michael Küppers, 2. Geschäftsführer
- 2010 Sebastian Ahrendt, 3. Geschäftsführer
- 2010 Gerd Truger, Kassierer
- 2010 Guido Goertz, 2. Kassierer
- 2010 Leo Jansen-Wallraven und Daniel Lennartz, Beisitzer







